Interview mit Jessica Koch

So, jetzt kommt noch die kleine Überraschung, die ich gestern angekündigt habe 🙂

Und zwar durfte ich Jessica Koch ein paar Interviewfragen zuschicken, die sie auch prompt beantwortet hat.

Ich hoffe, das Interview gefällt euch so gut wie mir.

Als kleine Anmerkung noch von mir, an die, die das Buch noch nicht gelesen haben: In dem Interview werden einige Sachen verraten, die die Geschichte betreffen. Wer sich also völlig überraschen lassen möchte beim Lesen, der sollte das Interview erst nach dem Buch lesen.

Dann geht’s jetzt los:

1. Wann hast du dich dazu entschieden, eure Geschichte zu veröffentlichen? Gab es einen ausschlaggebenden Moment?

Ja, den gab es. Als ich meinem Mann durch Zufall von Danny erzählt habe und ihm so einiges aus meinem Verhalten klar wurde. Da hat er mir vorgeschlagen, das Buch zu schreiben. Als Therapie sozusagen.

2. Was rätst du anderen, die ebenfalls jemanden in der Familie/im Freundeskreis haben, der auch diese Krankheit hat?

Durch das Buch haben sich ganz viele Betroffene bei mir gemeldet und zu einigen habe ich sehr engen Kontakt. Dass sich Familienangehörige oder Freunde gemeldet haben, gab es bis jetzt noch nicht. Ich kam also noch nicht in die Situation, da jemandem etwas raten zu können. Spontan würde ich sagen: „Gar nichts.“ Das sind ganz normale Menschen. Die brauchen weder eine Sonderbehandlung, noch einen speziellen Umgang.

3. Wenn du Danny heute noch einmal sprechen könntest, was würdest du ihm gerne sagen?

Sehr vieles. Aber das sind Dinge, die nicht in die Öffentlichkeit gehören.

4. Und was glaubst du, würde er dir jetzt gerne sagen?

Das ist leicht: Dass ich mich von den Kritikern weder ärgern, noch verunsichern lassen soll. Dass niemand ihn so gut kannte wie ich und dass keiner das Recht hat, darüber zu urteilen, was er gewollt hätte und was nicht.
Wenn Danny etwas gar nicht leiden konnte, dann war es, wenn Menschen mich für meine Entscheidungen oder mein Handeln kritisiert haben.

5. Hat dir das Schreiben des Romans geholfen, eure Geschichte teilweise zu verarbeiten?

Nein, ganz im Gegenteil. Manchmal wünschte ich, dass ich es nicht getan hätte. Ich möchte gerne mit dieser Sache abschließen, aber solange so ein Hype um die Geschichte besteht, wird das leider schwierig werden.

6.  Hast du noch Kontakt zu anderen Personen, die in den Büchern vorkommen?

Ja, natürlich. Vanessa ist noch immer meine Freundin. Auch zu Alexander habe ich noch einen guten Kontakt.

7. Möchtest du irgendwann auch mal rein fiktive Geschichten schreiben und veröffentlichen?

Das wird vermutlich schwierig werden. Ich habe ungefähr so eine lahme Phantasie wie ein Berglöwe in Gefangenschaft. Außerdem denke ich, dass ich diese Emotionen und Gefühle, die man in meinen Büchern definitiv kriegt, in einer erfundenen Geschichte niemals rüberbringen könnte.

8. Gibt es seit der Veröffentlichung des ersten Romans etwas, das dich wirklich überrascht hat?

Am meisten überrascht hat mich der doch sehr positive und loyale Umgang mit dem Thema HIV. Hätte ich die Geschichte vor zehn Jahren erzählt, hätten die Leute einen Fünf-Meter-Bogen um mich geschlagen und ihre Kinder auf die andere Straßenseite gezogen. Heute laden sie mich zum Kaffee ein. Das hat mich sehr überrascht und das gibt Hoffnung!

9. Wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre es?

Gesundheit und Zufriedenheit für meinen Sohn.

10. Gibt es noch etwas, was du den Lesern deiner Bücher gerne sagen möchtest?

Ja, sehr gerne sogar! Ich möchte den Lesern sagen, dass sie mein Buch wie eine erfundene Geschichte, wie einen Roman lesen sollen und möglichst vergessen, dass er auf einer wahren Geschichte basiert. Es ist sehr erschreckend, wie die Leser mitleiden und einen Verlust betrauern, der nicht der ihre ist.
Vielen Dank nochmal an Jessica Koch, für die Beantwortung meiner Fragen =)
Wenn ihr selbst noch andere Fragen habt, könnt ihr sie ihr auch gerne stellen. Sie gibt sich wirklich sehr viel Mühe, mit ihren Lesern in Kontakt zu sein. Ihr erreicht sie auf ihrer Facebookseite hier oder auch auf der Facebookseite der Danny-Trilogie und natürlich über ihre Homepage 🙂
Danke für’s Lesen. Wenn es euch gefallen hat, lasst gerne ein Kommi da.

 

Rezension: Dem Horizont so nah

Als ich mit dem Buch „Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch begonnen habe, wusste ich nicht, was mich erwartet. In erster Linie ist mir das Buch durch das wunderschöne Cover aufgefallen und beim Klappentext dachte ich: Oh, eine schöne Liebesgeschichte – was für’s Herz. Darauf könnte ich mal wieder.

Da ahnte ich noch nicht, wie sehr mich das Buch fesseln, mitnehmen und zum Stück auch verändern würde. Es ist soviel mehr als eine Liebesgeschichte – es geht um Vertrauen und den Mut, sich auf einen anderen Menschen mit all seinen Problemen einzulassen. Es geht auch darum, sich mit Themen zu beschäftigen, die man sonst am liebsten weit von sich schieben würde. Und es geht darum, wie sehr uns die Schicksale anderer verändern können und uns klar machen, was wirklich zählt.

Ihr seht schon, ich liebe einfach Bücher, die eine Botschaft vermitteln und nicht einfach eine klischeehafte Geschichte erzählen. Ich hoffe, ihr haltet das Buch irgendwann auch mal in den Händen (wenn ihr es nicht auch schon längst gelesen habt) und seid genauso begeistert wie ich.

Deswegen hier meine Rezension zu:

Jessica Koch – Dem Horizont so nah

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Rowohlt Verlag (mein Exemplar stammt noch vom Feuerwerke Verlag)

464 Seiten

ISBN 978-3-499-29086-2

9,99 €

Zitat: „Aber nur von hier kann man es sehen.“ […] „Was genau meinst du?“ „Über dem Hügel links vom Friedhof ,da gibt es diese eine Stelle, an der es aussieht, als würden sich Himmel und Erde miteinander verbinden. The Gateway to Heaven.“ (S. 158, Feuerwerke Verlag)

Die Autorin:

Jessica Koch wurde 1982 in Ludwigsburg geboren. Im Herbst 1999 lernte sie den Deutsch-Amerikaner Danny kennen. Ihre Geschichte, die sie in ihrem ersten Roman „Dem Horizont so nah“ erzählt, schrieb sie das erste Mal im Jahr 2003 auf. Trotz Angeboten von Verlagen wollte sie ihre Geschichte noch nicht veröffentlichen. Es dauert weitere Jahre und die Überredungskünste ihres Mannes, bis sie sich doch traute und prompt Angebote von vier Verlagen bekam.

Darum geht es:

Jessica lebt ein ganz normales Leben wie viele andere Teenager auch. Dies ändert sich jedoch, als Danny ihr begegnet. Sein selbstbewusstes und teilweise auch arrogantes Auftreten ärgert und fasziniert sie zugleich. Sie merkt jedoch bald, dass mehr dahinter steckt. Doch je näher sie sich kommen, desto mehr versucht Danny sie von sich wegzudrängen. Jessica versucht dahinter zu kommen, was er ihr verheimlicht. Doch was sie dann erfährt, trifft sie härter, als sie es je hätte erahnen können. Wird sie damit umgehen können? Ist ihre Liebe stark genug, diese Schicksalsschläge zu überstehen?

Meine Meinung:

Ja wie ihr oben schon herauslesen könnt, bin ich immer noch völlig ergriffen von diesem Roman. Und ich brauchte auch eine Weile, um die Geschichte zu verarbeiten. Da es auf einer wahren Begebenheit beruht, war es oft schwer, da eine Grenze zu ziehen. Die Personen in dem Buch wachsen einem so ans Herz, aber es ist wichtig, sich davon auch irgendwann wieder loszumachen. Ich bin auf jeden Fall so froh, dass ich auf dieses Buch und auf Jessica aufmerksam geworden bin.

Es werden noch zwei weitere Bände rund um Danny erscheinen (deswegen auch die Danny-Trilogie 😉 ), auf die ich jetzt schon sehr gespannt bin.

Der zweite Band „Dem Abgrund so nah“ erscheint am 21.09.2016 (das Ebook ist bereits erschienen) und der dritte Band „Dem Ozean so nah“ am 16.12.2016.

Und ich habe morgen noch eine kleine Überraschung für euch 🙂 ich hoffe, sie gefällt euch genauso gut wie mir!

 

Rezension und Lesung

So ihr Lieben,

heute wird es keine der üblichen Rezensionen. Das Buch und der Mann, den ich euch hier heute vorstellen möchte, sind etwas ganz Besonderes.

Am Montag hat die Volkshochschule bei uns im Ort eine Lesung veranstaltet, zu der meine Kollegin und ich unbedingt einen Büchertisch machen wollten. Der junge Mann auf dem Buchcover kam mir vage bekannt vor (ich glaube, ich habe ihn mal bei Stern TV oder einer anderen Sendung gesehen), aber so richtig konnte ich mich nicht mehr an ihn und seine Geschichte erinnern.

Vielleicht habt ihr ihn auch schon einmal im Fernsehen gesehen oder ihr kennt ihn gar nicht. Deswegen möchte ich ihn euch kurz vorstellen:

Janis McDavid wurde 1991 ohne Arme und ohne Beine geboren und wuchs im Ruhrpott auf. Aufgrund seines Handicaps musste er schon früh lernen, kreative Lösungen zu entwickeln, um das zu erreichen, was er wollte. Seine Familie hat ihn immer darin bestärkt, das zu machen, was er machen möchte. So kam es auch, dass sie ihn auf eine ganz normale Schule geschickt haben, die nicht speziell auf Menschen mit Behinderung oder Rollstuhlfahrer ausgerichtet ist. Seine Unabhängigkeit und Kreativität half ihm auch, eine geeignete Uni zu finden und sogar ein Auslandssemester in London zu absolvieren. Außerdem besitzt er einen eigenen Sprinter, der auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Sein Motto ist: Ich kann viel mehr, wenn ihr mich nicht behindert.

So, da standen wir nun Montagabend im Saal des Kolpinghauses mit unseren 100 Büchern. Als Janis mit seinem Rollstuhl auf uns zugefahren kam, wurde mir kurz bewusst, dass ich mir gar keine Gedanken darum gemacht habe, wie ich ihn denn nun begrüße. Zum Glück streckte er in genau diesem Moment den oberen Teil seines Armes entgegen. Da war ich doch erleichtert, dass er selbst diese Hemmschwelle gleich beseitigte 🙂
Er war total freundlich, sympathisch und gut gelaunt. Ich konnte den Beginn der Lesung kaum erwarten.

Zu Beginn wurde ein kurzer Film gezeigt, in dem man ein paar Einblicke in Janis‘ Leben bekommt: wie sein Alltag aussieht, wie er mit seinem Auto fährt und andere Hürden meistert.
Danach begann die Lesung. Wie schnell die 1,5 Stunden verflogen, habe ich gar nicht gemerkt. Ich war wirklich wie gebannt von seiner Geschichte und wie er auch zwischendurch immer frei von Ereignissen erzählte.

Er erzählt in seinem Buch, wie er als kleiner Stöpsel zuerst gar nicht gemerkt hat, dass er anders als die anderen Kinder ist. Erst als er im Spiegel sah, wie er sich ohne Rollstuhl fortbewegte, wurde es ihm schlagartig bewusst. Er erzählt auch von der Zeit danach, in der er sich mit seiner Behinderung einfach nicht arrangieren wollte und wie er sie dann doch akzeptiert hat und auch, wie er so manchen Vorteil daraus gezogen hat. 😉
Auch seine Bemühungen für ein eigenes Auto waren sehr spannend. Wie er all die Steine wegräumte, die man ihm in den Weg legte und seinen Prinzipien treu blieb.
Er berichtete von Reisen, die er mit seinen Freunden machte, vom skurrilen Umgang mit Behinderten am Flughafen und wilden Rafting-Touren, die selbst ihn zittern ließen.

Es ist unglaublich, wenn man ihn sieht und ihm zuhört. Er ist erst 25 Jahre alt und erscheint mir trotzdem jetzt schon um einiges weiser als manch älterer Mensch.
Da denkt man über seine eigenen Probleme nach, die einem auf einmal ganz klein erscheinen. Und man beginnt zu überlegen, was man schon alles nicht versucht oder abgebrochen hat, weil es einem zu schwer, zu kompliziert erschien.

Janis McDavid sagt: Ich denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen und Möglichkeiten.

Genau das möchte ich auch. Ich möchte den Mut haben, auch schwierige Situationen zu meistern und Lösungen zu finden (auch wenn ich dafür etwas kreativer sein muss). Und ich möchte nicht schon aufgeben, bevor ich es nicht wenigstens versucht habe.

Ich bin froh, dass ich diesen Abend dabei war. Denn solche Begegnungen verändern einen und geben einem neue Motivation.

Ich kann euch dieses Buch und diesen jungen Mann wirklich nur ans Herz legen ❤

Janis McDavid – Dein bestes Leben

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Herder Verlag

240 Seiten

ISBN 978-3-451-80927-9

Zitat: „Würde ich mich nicht abgrenzen, sondern all mein Bewegen und Streben den Ängsten, Vorstellungen und Fantasien anderer Menschen – den Füßlern und Ärmlern – anpassen, dann würde ich mich in eine Welt  zwängen, die mir nicht passt – wie in eine zu kleine Jacke.“ (S. 55)

 

 

Janis McDavid macht auch noch auf eine politische Debatte aufmerksam. Es geht um das Teilhabegesetz, das Menschen mit Behinderung ermöglichen soll, in unserer Gesellschaft ohne Benachteiligung zu leben. Leider hat der letzte Gesetzesentwurf nicht das verwirklicht, was sich die betroffenen Menschen davon erhoffen.

Aber jeder von uns kann dazu beitragen, dass ein besserer Gesetzesentwurf verabschiedet wird.

Hier könnt ihr die offizielle Petition unterschreiben und so 300.000 Menschen in Deutschland ein faireres Leben ermöglichen. Für euch sind es maximal 2 Minuten, aber für die Betroffenen kann es viel verändern.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei mithelft 🙂

 

Leben, du hast mich wieder!

Ich kann gar nicht sagen, wie gut sich das anfühlt =) endlich habe ich wieder Zeit für Freunde, für Bücher, zum Feiern oder auch einfach mal nichts tun. Und natürlich auch endlich wieder für meinen Blog.

Das Schulbuchgeschäft ist endlich vorbei. Obwohl wir immer noch etliche Schulbücher bei uns stehen haben. Da frage ich mich immer: Was machen denn die Kinder in der Schule ohne ihre Bücher und Arbeitshefte?! Oo Das verwirrt mich immer…

Vor ein paar Tagen hatte ich jetzt auch meine Statistikklausur und ich bin so froh, dass ich es hinter mir habe. Die letzten Monate sahen meine Tage etwa so aus:

  • Früh aufstehen
  • Arbeit bis 19 Uhr
  • Schnell nach Hause und was kochen
  • Mit meinem Freund essen
  • Lernen, lernen, lernen
  • Schlafen

Nicht sehr spannend…auch meine Wochenenden sahen oft nicht anders aus. Samstags muss ich meistens auch arbeiten und Sonntags bin ich dann oft zu Seminaren, um mir irgendwie den Stoff reinzuprügeln.

Jetzt geht es aber wieder bergauf 🙂 In den nächsten Tagen kommt endlich mal wieder ein interessanterer Beitrag hier. Bis auf meine Studienbriefe habe ich zwar in den letzten Wochen fast nichts gelesen, aber ich lasse mir trotzdem was schönes einfallen.

Freut ihr euch übrigens auch schon so auf die deutsche Ausgabe vom neuen „Harry Potter“? Die englische habe ich zwar schon längt gelesen (das musste einfach sein, egal, wieviel Stress man hat), aber gerade bei mir auf der Arbeit wird die deutsche Ausgabe natürlich der Hype schlechthin. Ich plane auch schon einiges zur Präsentation. Es wird auch ein „Harry Potter-Schaufenster“ geben ❤ wenn ihr möchtet, stelle ich es hier dann mal gerne ein.

Soll ich eigentlich zwischendurch auch mehr von meiner Arbeit in der Buchhandlung erzählen? Ich weiß nicht, inwieweit euch das interessieren könnte. Ihr könnt mir ja mal Feedback geben 🙂

Also, in den nächsten Tagen kommen auf jeden Fall wieder tolle Bücher-Beiträge.

Genießt noch den Rest vom Wochenende und macht was schönes *wink*